Der Geist des Bushido: Kendo, Kyudo und Sado in 'Last Samurai'
Einführung in 'Last Samurai'
Der Film 'Last Samurai' aus dem Jahr 2003 wurde von Edward Zwick inszeniert, der das Drehbuch zusammen mit Marshall Herskovitz und John Logan schrieb. Vor dem Hintergrund der Meiji-Restauration in den 1870er Jahren folgt die Geschichte einem von Tom Cruise gespielten amerikanischen Offizier. Ursprünglich von der japanischen Regierung angeheuert, um einen Samurai-Aufstand niederzuschlagen, wird er durch den Kontakt mit deren Anführer (gespielt von Ken Watanabe) zunehmend vom Geist des Bushido beeinflusst.
Die ersten 25 Minuten des Films schildern die ersten Begegnungen des Protagonisten mit den Samurai und nehmen das Publikum auf eine Entdeckungsreise zum Wesen des Bushido mit. Die Geschichte zeigt nicht nur den Niedergang der Samurai-Kaste, sondern geht auch tief auf ihren kultivierten Lebensstil wie Kendo, Kyudo und Sado ein, Praktiken zur Förderung von Demut und Eleganz.
Kendo, Kyudo und Sado im Film
Heute betrachten wir das Bushido, wie es im Film dargestellt wird, insbesondere Kendo, Kyudo und Sado. Hosokawa Fujitaka, ein direkter Schüler von Sen no Rikyu, sagte einst: 'Für einen Samurai ist Unwissenheit über die Teezeremonie eine Schande, es gibt keine größere Schande als diese'.
Hosokawa Fujitakas Schwertkunst stammte von Tsukahara Bokuden und sein Bogenschießen wurde von Yoshida Sekka zertifiziert. Neben dem Kampf beherrschte er auch Literatur, Go und Kochen. Dies zeigt, dass die Kultivierung eines Samurai nicht auf die Kriegskunst beschränkt war.
Kendo
Im Film gibt es zahlreiche Kendo-Szenen, besonders als Algren den Geist des Bushido erfährt. Obwohl ich selbst kein Kendo praktiziere, lassen sich Ähnlichkeiten mit Kyudo in Konzepten wie 'Tenouchi' und 'Zanshin' erkennen.
Beim Kendo bezeichnet 'Tenouchi' den korrekten Griff, beim Kyudo das Halten des Bogens. Erst im Duell mit Ujio findet inneren Frieden durch einen entspannten und leeren Griff.
'Zanshin' beschreibt die nachklingende Achtsamkeit und Alarmbereitschaft nach einer vollendeten Aktion.
Beim Kendo kann dir ein Punkt selbst nach einem 'Ippon' aberkannt werden, wenn du kein 'Zanshin' zeigst.
Ein Waka-Gedicht illustriert dies: 'Auch wenn du die Bergkirsche pflückst, lass nicht nach; ein plötzlicher Sturm kann jederzeit aufziehen.'
Dieser Geist wird deutlich, als Algren während seiner Kämpfe die ständige Wachsamkeit nie ablegt.
Kyudo
Was Kyudo betrifft, fällt vor allem Nobutada auf, der in einer kurzen Szene die Phasen von 'Kai', 'Hanare', 'Tenouchi' und 'Zanshin' demonstriert.
Kyudo strebt eine natürliche Trennung an ('Hanare'). Bei der Finalhaltung ('Zanshin') behält der Schütze das Ziel im Auge. Das Filmteam hat allerdings übersehen, dass sich der Bogen in der Szene zu stark verdreht hat.
Die Abwesenheit des 'Yugaeri' (Bogenrotation) könnte der schnelleren Schussfolge im Kampf geschuldet sein, wie man es auch beim Reitbogenschießen sieht.
Sado (Teezeremonie)
Bezüglich Sado (Weg des Tees): Ujio führt bei der Zubereitung den 'Kiri-bishaku' (Schöpfkellen-Bewegung) aus, der direkt vom Bogenschießen abgeleitet ist.
Der Moment simuliert das Loslassen des Pfeils und überträgt das Konzept von 'Hanare' in die Teezeremonie.
Sen no Rikyu beschrieb das Zanshin der Teezeremonie: 'Selbst beim Weglegen des Geräts, sei achtsam wie beim Verlassen der geliebten Person.'
Fazit zu 'Last Samurai'
Bei der Betrachtung all dieser Disziplinen wird klar, wie sehr das Bushido ihren Alltag durchdrang. Die Frage nach der exakten Definition bleibt oft unbeantwortet.
Der Geist des Bushido verbirgt sich oft in Details, die Außenstehenden entgehen mögen. Sollte Sie der Artikel für einen Kampfsport begeistert haben, finde ich das wunderbar.